Fachexkursion der Landesstelle 2024 „Auf eine sonnige Zukunft“ – Besuch im SolarZentrum Berlin
Eigentlich hätte die nächste und sechzehnte Landesstellenexkursion erst im Sommer 2024 stattfinden sollen, aber gute Gelegenheit soll man nicht auslassen! Der Termin für den Besuch im Solarzentrum war ursprünglich für die Tunesien-Fortbildung angedacht, doch leider konnten die tunesischen Lehrkräfte nicht wie geplant zur vierwöchigen Fortbildung an der Landesstelle anreisen. Aber auch die Teilnehmenden des Landestellenkurses hatten Interesse an dem Besuch, zumal parallel gerade die Arbeiten zur Installation einer PV-Anlage auf einem Kiosk anstanden und folglich eine gute Verbindung zwischen Theorie und Praxis zustande kam.
Vor Ort wurden wir persönlich von Projektleiterin Elisa Förster und Berit Müller betreut. Letztere ist seit vielen Jahren für die Deutsche Gesellschaft für Solarenergie (DGS) tätig und deren Geschäftsführerin im Landesverband Berlin-Brandenburg. In ihren Ausführungen ging sie zunächst auf die Aufgaben der DGS ein, die schon 1975 als Antwort auf den Bericht des „Club of Rome“ zu den Grenzen des Wachstums gegründet wurde. In der DGS sind über 3.500 Mitglieder organisiert, daneben noch über 400 Firmen gelistet. Thematisch beschäftigt sich die Gesellschaft mit den Themen Energieeffizienz, dem technischen Fortschritt im Bereich der Solartechnik und bietet Fortbildungsveranstaltungen – nicht nur im deutschsprachigen Raum – sondern auch in und für Länder des globalen Südens an. Schulungsmaterialen ergänzen das Portfolio, zudem werden Qualitätsstandards festgelegt, an Normen gearbeitet und deren Einhaltung weltweit überprüft. Die DGS ist firmen- und produktunabhängig, hat lediglich eine beratende Funktion.
Im zweiten Teil ihrer Präsentation ging Frau Müller speziell auf das SolarZentrum Berlin ein, eine Einrichtung zur Beratung über die Möglichkeiten des Einsatzes von Solarenergie, finanziert durch den Berliner Senat. Neben der persönlichen Beratung von Privatleuten, Unternehmen und Investoren finden auch Expertenworkshops und Informationsveranstaltungen in den Räumen des Solarzentrums statt.
Nach angeregten Diskussionen, vornehmlich zum Einsatz der Solarenergie in Ländern des globalen Südens durch die Kursteilnehmenden, wurden uns die neusten Entwicklungen in der Solarbranche präsentiert. Neben den ausgestellten Geräten zur Strom- und Wärmeerzeugung ging es um das Thema „Agri-PV“, die Kombination vom Fotovoltaik und Landwirtschaft. Aber auch „Floating PV-Konstruktionen“, zurzeit für den Cottbusser Ostsee in Planung, wurden erläutert. Hybride Systeme zur Energie- und Wärmeerzeugung sowie Möglichkeiten der Integration von Solaranlagen bei der Planung von Gebäuden oder deren Einsatz als Solarziegel kamen ebenfalls nicht zu kurz. Ein besonderes Highlight ist die Simulationssoftware zu PV-Anlagen in Form eines virtuellen Rundgangs auf der Homepage des SolarZentrums, sicherlich nicht nur interessant für Eigenheimbesitzer.
https://solarzentrum-interaktiv.de
Und das Recycling von PV-Modulen, deren Quote derweil bei über 90 % liegt, ergänzten den spannenden Vortrag.
Abschließend wurden uns die neusten Innovationen im Bereich der Batterie -und Speichertechnik präsentiert, dabei beantwortete Frau Müller geduldig und ausführlich alle Fragen der Teilnehmenden.
Es war ein sehr gelungener „Ausflug in die solare Welt“ und dafür gebührt unser Dank vor allem Frau Müller und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Solarzentrums. Möge sich das Thema nicht nur in Berlin, sondern deutschland- und weltweit Form von installierten Solaranlagen verbreiten. Gerade in Ländern des globalen Südens kann die Solarenergie einen wesentlichen Beitrag zur autarken und kontinuierlichen Stromversorgung – speziell in den ländlichen Regionen – leisten und zur Verbesserung der örtlichen Lebensverhältnisse beitragen
Klaus Pellmann
Landesstellenkoordinator
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